Verpflichtendes Tutorium zum gleichnamigen Proseminar bei Herrn Dr. Nipperdey.

Beginn in der 2. Woche

Kommentar:

Wie wir heute wissen, lag der Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgung keineswegs im Mittelalter, sondern in der Frühen Neuzeit. Und innerhalb Europas lag der Schwerpunkt der Verfolgungen in Deutschland. Das Seminar wird auf der Basis zeitgenössischer Quellen und der neuesten Literatur untersuchen, wann und warum das Feindbild der Hexe entstand und welche Funktionen die Verfolgung der vermeintlichen Anhänger des Teufels erfüllte.

Literatur:

  • Wolfgang Behringer, Hexen. Glaube, Verfolgung, Vermarktung, München 2002.
  • Johannes Dillinger, Hexen und Magie. Eine historische Einführung (Historische Einführungen, Band 3), Frankfurt a. M. 2007.
  • Rosmarie Beier-de Haan (Hg.), Hexenwahn - Ängste der Frühen Neuzeit. Begleitband zur gl Ausstellung des Deutschen Historischen Museums, Wolfratshausen 2002.

Kommentar:

Nach der konfliktreichen Periode der Religionskriege, der Hungersnöte und Missernten gelangte Europa im Zeitalter des Barock zu neuer Stabilität. Religion schied als Kriegsgrund weitgehend aus. Eine Verbesserung der Ausbildung sowie das Erstarken der Nationalstaaten bei gleichzeitigem Ausgreifen durch Welthandel und Kolonialismus ermöglichten nicht nur eine Erholung der Wirtschaft, sondern diee Erlangung eines gewissen Wohlstands, der auch in Kunst und Literatur zum Ausdruck kam. Am Ende des Zeitalters blickte Europa optimistisch in eine Zukunft, die vom Fortschritt geprägt schien. 

Literatur:

  • Maurice Ashley, Das Zeitalter des Barock. Europa zwischen 1598 und 1715. München 1983.
  • Heinz Durchhardt, Barock und Aufklärung, München 2007.
  • Peter Hersche, Muße und Verschwendung. Europäische Kultur im Barockzeitalter, 2 Bde., Freiburg 2006.

Kommentar:

Das Thema Migration beherrscht nicht nur die öffentliche Debatte, sondern ist auch als Forschungsfeld sehr lebendig. Das Bild der statischen vormodernen Gesellschaft, in der fast alle in ihren Geburtsorten verharrten, ist dabei ins Wanken geraten. Im Proseminar untersuchen wir verschiedene Beispiele und Typen von Migration zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert - von Studenten über Handwerker und Kaufleute zu Soldaten und Flüchtlingen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem bevölkerungsgeschichtlichen Kontext und den Versuchen staatlicher Regulierung dieser Migrationsbewegung. Als Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit anzufertigen; dazu kommen verschiedene Aufgaben während des Semesters (Referat, Quellenanalyse, usw.)

Bitte beachten Sie auch, dass die Teilnahme am Tutorium VERPFLICHTEND ist.

Einführende Literatur:

  • Kleinschmidt, Harald, Menschen in Bewegung. Inhalte und Ziele historischer Migrationsforschung, Göttingen 2002.
  • Livi Bacci, Massimo, Europa und seine Menschen. Eine Bevölkerungsgeschichte, München 1999.
  • Oltmer, Jochen, Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart, Darmstadt 2017.

Kommentar:

Die "Scientific Revolution" gilt heute als ein Vorgang, der in der europäischen Frühen Neuzeit begann und bis heute nicht abgeschlossen ist. Im Oberseminar soll untersucht werden, was diese permanente Revolution in Gang brachte, welche Hindernisse dem entgegenstanden, welche wissenschaftlichen Disziplinen hier entscheidende Beiträge leisteten. Am Ende soll diskutiert werden, ob sich diese Sichtweise in Relation zu den wissenschaftlichen Errungenschaften der anderen Zivilisationen (Islam, Indien und China) begründen läst oder als eurozentristisch aufgegeben werden muss.

Literatur:

  • Hendrik Floris Cohen, The Rise of Modern Science Explained: A Comparative History, Cambridge 2015.
  • Alistair C. Crombie, Von Augustinus bis Galilei, Berlin 1964.
  • Toby E. Huff, The Rise of Early Modern Science: Islam, China and the West, 2nd. ed., Cambridge 2003.
  • Thomas S. Kuhn, Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, Frankfurt/Main 2017.
  • Charles Webster, The Great Instauration. Science, Medicine, and Reform, 1626-1660, London 2002.
  • David Wootton, The Invention of Science: A New History of the Scientific Revolution, Harmondsworth 2015.